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Paralympics-TICKER: Zweites Gold für Robin Cuche

Von 6. bis 15. März 2026 finden die 14. paralympischen Winterspiele in Milano Cortina statt. Tag drei: Nach Gold in der Abfahrt sichert sich Robin Cuche auch den Sieg im Super G.

Montag, 9. März 2026

Am Samstag der Triumph in der Abfahrt, nun die zweite Goldmedaille: In der Kategorie Stehend lässt sich Robin Cuche auch im Super-G nicht bezwingen. Der 27-jährige Neuenburger weist am Ende einen Vorsprung von fast einer Sekunde auf den US-Amerikaner Patrick Halgren auf. Jules Segers liegt als Dritter bereits 1,47 Sekunden zurück.

«Egal, was nun kommt: Die Spiele sind für mich jetzt schon ein Erfolg», hatte Cuche nach dem Gold in der Abfahrt erklärt. Als er an diesem Montag im Zielraum von Cortina abschwingt, erweckt er zunächst nicht den Eindruck, mit seiner Fahrt zufrieden zu sein. Er schüttelt mehrmals den Kopf. Hinterher sagt er: «Ich war ein bisschen genervt, weil ich ausgerechnet an jener Stelle einen Fehler beging, vor der mich der Trainer noch gewarnt hatte.»

Der Schnitzer fällt nicht ins Gewicht. Je länger das Rennen dauert, desto zufriedener wirkt Cuche. Und am Schluss ist er der Mann, der erneut jubeln darf und für die dritte Schweizer Medaille bei diesen Winterspielen sorgt. «Ich habe Gold nicht erwartet», sagt er. «Umso besser fühlt es sich an, gewonnen zu haben.» Dann fügt er hinzu: «Ich war noch nie so entspannt am Start wie heute.» Und mit welchen Zielen geht er die verbleibenden drei Wettkämpfe an? Ein Lächeln, dann die Antwort: «On verra.»

Als er kurz nach 13.30 Uhr seine zweite Goldmedaille erhält und auf dem Podest steht, fliessen keine Tränen mehr wie am Samstag. Cuche atmet zwei-, dreimal tief durch. Und kostet den Moment aus.

Glücklicher Chef de Mission

«Die Leistung von Robin ist nicht hoch genug einzuschätzen», lobt Tom Reulein, Chef de Mission. «Man sieht einfach, wie er auf dem Ski steht und mit welchem Mindset er unterwegs ist: Er ist ständig auf der Suche nach der schnellsten Linie. Das ist schlicht beeindruckend.»

Gmür 13., Sierro 15., Rotach 26.

Weniger gut ergeht es Routinier Théo Gmür. Der dreifache Goldmedaillengewinner von Pyeongchang 2018 fährt auf den 13. Rang und stürzt zu allem Überfluss nach der Zieleinfahrt auch noch.

Der erst 19-jährige Emerick Sierro schafft es auf Rang 15 und ist zufrieden mit der Klassierung nach Rang 16 in der Abfahrt: «Ich war viel weniger nervös als am Samstag und geniesse es, hier starten zu können.»

Ueli Rotach beendet sein allererstes Paralympics-Rennen auf Platz 26. «Im Starthaus war ich richtig nervös», sagt der Toggenburger. «Im Nachhinein frage ich mich, wieso ich so angespannt war. Das nächste Mal wird das kaum mehr der Fall sein. Jetzt bin ich froh, die Premiere hinter mir zu haben. Es fühlt sich sehr gut an.»

Christen 10. – Damas 19.

In der Kategorie Sitzend erreicht Pascal Christen Rang 10. Der Nidwaldner mit Wohnsitz in Nottwil ist danach zufrieden. «Endlich habe ich mein erstes Resultat», sagt er, nachdem er am Samstag das Rennen nicht beendet hatte. Im Ziel von Cortina freut er sich zudem besonders über Cuches Gold: «Die nehmen wir gerne.»

Christophe Damas fährt auf den 19. Platz. Auch für den Paralympics-Neuling ist es das erste Ergebnis in Cortina – am Samstag war auch er in der Abfahrt ausgeschieden. «Ich bin nicht ganz zufrieden, weiss aber, wo ich Zeit verloren habe.»

 

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Sonntag, 8. März 2026

Zweiter Tag, zweite Medaille: Aron Fahrni fährt zu Bronze

Der 27-jährige Emmentaler stiess in der Klasse mit Einschränkungen der oberen Extremitäten nach Platz 6 in den Setzungsläufen am Samstag durch jeweils 2. Plätze in seinen Läufen souverän in den Final vor. In diesem musste sich der Gesamtweltcupsieger dieser Saison gegen drei Chinesen behaupten. Einen davon liess er nach nicht optimalem Start noch hinter sich. Es resultierte die erste Medaille für die Schweizer Snowboardcrosser an Paralympischen Spielen und die zweite für die Schweizer Delegation in Norditalien, nachdem Robin Cuche bei den alpinen Skifahrern in der Kategorie Stehend am Tag zuvor Gold in der Abfahrt gewonnen hatte. Der Sieg ging an Ji Lijia, der sich vor seinem Landsmann Zhu Yonggang durchsetzte.

Die Strecke in Cortina d'Ampezzo bereitet in den vergangenen Tagen einigen Fahrern Probleme. Die Trainings waren geprägt von vielen Stürzen. Jenes am Freitag wurde nach dem Sturz von Fabrice von Grünigen abgebrochen. Der Schweizer zog sich eine Gehirnerschütterung zu und konnte nicht zum Wettkampf starten. Im Hinblick auf die Medaillenentscheidungen wurde die Strecke entsprechend entschärft, dennoch gab es wiederum einige teils schwere Stürze.

Biathlon: Luca Tavasci auf Rang 15

Luca Tavasci wird in seinem zweiten Biathlonrennen an den Paralympics Fünfzehnter. Mit seiner Leistung ist der Bündner mehrheitlich zufrieden.

Tavasci gelang bei seinem zweiten Einsatz eine Leistungssteigerung.

Der Langläufer, der erstmals an Paralympics auch im Biathlon an den Start geht, belegte in Tesero im Einzel über 12,5 Kilometer den 15. Schlussrang. Im Sprint am Samstag war er Siebzehnter geworden.

"Ich konnte eine gute Antwort auf den Samstag liefern", sagte der Bündner nach dem Rennen. Mit der läuferischen Leistung sei er zufrieden, und bei den zweiten zwei Schiessen habe er ebenfalls das zeigen können, was er von sich erwarte.

Nun hat Tavasci einen Tag Zeit, um sich zu erholen, ehe es mit Langlauf-Wettkämpfen weitergeht. Als Langläufer hat Tavasci bereits 2018 und 2022 an Paralympics teilgenommen.

 

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Samstag, 7. März 2026

Erfolgreicher Auftakt: Robin Cuche holt Gold in der Abfahrt

Was für ein Schweizer Auftakt zu den Winterspielen 2026! Robin Cuche gewann am ersten Wettkampftag am Samstag in der Abfahrt Kategorie Stehend Gold. Für den Neuenburger ist es bei seiner vierten Paralympics-Teilnahme die erste Medaille. «Unglaublich», sagte er. «Ich rechnete mir in der Abfahrt die grössten Chancen auf eine Medaille aus. Und ehrlich gesagt: Mit Silber wäre ich nicht zufrieden gewesen.»

Den Triumph verdiente sich der 27-Jährige zweifellos. In dieser Saison sicherte er sich bereits die Abfahrtswertung. Dennoch zuckte er im Ziel zunächst mit den Schultern. Als Zweiter in seiner Kategorie gestartet, war er lange nicht sicher, was seine Zeit wert sein würde. «Es war keine perfekte Fahrt, aber es reichte zum Glück doch.»

Diplom für Théo Gmür

Seine ärgsten Konkurrenten Arthur Bauchet aus Frankreich und Alexej Bugajew aus Russland hielt er schliesslich um 0,61 beziehungsweise 1,15 Sekunden auf Distanz. Erst nach der Fahrt von Bauchet habe er sich langsam entspannen können. «Da wusste ich, dass der grösste Teil des Jobs getan ist.» Als Théo Gmür im Ziel war, realisierte er langsam, dass es für den Sieg reichen könnte.

Gmür klassierte sich als Sechster. Emerick Sierro, der dritte Schweizer in der Kategorie Stehend, fuhr auf den 16. Platz. Gmür, der zuletzt mit einer Knieverletzung zu kämpfen hatte, war glücklich über das Diplom. Auch Sierro äusserte sich nach seiner Paralympics-Premiere zufrieden: «Ich bin sehr glücklich. Es war ein super Moment.»

In der Kategorie Sitzend lief es den Schweizern weniger gut. Christophe Damas und Pascal Christen schieden aus. Beide hatten mit den anspruchsvollen Bedingungen zu kämpfen. «Der Schnee war zuerst hart und eisig, dann wurde er weicher und wieder härter. Es war schwierig, die Balance zu finden», sagte Damas.

Für die Schweizer Skifahrer steht nun ein Tag Pause an. Am Montag geht es mit dem Super-G weiter.

Biathlon: Luca Tavascis Premiere mit Rang 17

2018 und 2022 nahm Luca Tavasci als Langläufer an den Paralympics teil. 2026 startet er in Tesero auch als Biathlet – und erlebte am Samstag in dieser Disziplin seinen ersten Wettkampf. Im Sprint über 7,5 km belegte er den 17. Rang.

In der ersten Runde lief es dem 32-Jährigen noch sehr gut. Doch in der zweiten Runde warfen ihn drei Fehler im Liegendschiessen zurück. Nationaltrainer Stefan Weiss sprach hinterher von einem «Erfahrungsrennen». Tavasci steht bereits am Sonntag wieder im Einsatz, diesmal über 12,5 km mit vier Schiesseinlagen. Stefan Weiss ist zuversichtlich, dass Luca Tavasci sich bei seinem zweiten Auftritt steigern wird: «Luca ist gut drauf. Wir richten den Blick nach vorn und geben Vollgas.»

 

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Freitag, 6. März 2026

Paralympics 2026 feierlich eröffnet

Klein, aber fein: So hatte Tom Reulein, der Chef de Mission, die Schweizer Paralympics-Delegation im Vorfeld der Winterspiele genannt. Klein, aber fein - so war dann auch die Eröffnungsfeier im House of Switzerland in Cortina. Um 17.30 Uhr wurde eine Zeremonie in familiärem Rahmen gefeiert.

Zum italienischen Schlager-Klassiker Felicità, der das Glück in all seinen Facetten besingt, begab sich die Delegation mit Fahnenträger Théo Gmür auf die Bühne. Dort wurden sie von Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider begrüsst: «Es erfüllt mich mit Freude, dass der Para-Sport in den kommenden Tagen im Zentrum der Aufmerksamkeit steht.» Die Vorsteherin des Eidgenössischen Departements des Inneren wünscht sich, dass diese Aufmerksamkeit nicht mit der Schlussfeier endet: «Es sollen viele Menschen inspiriert werden.» 
 

Pech für Fabrice von Grünigen

Fabrice von Grünigen stürzte im ersten offiziellen Snowboardcross-Training am Tag der Eröffnungsfeier der Paralympischen Winterspiele. Der Berner Oberländer zog sich dabei eine Gehirnerschütterung zu und wird die Snowboardcross-Qualifikation am Samstag, und entsprechend auch die Finals am Sonntag, verpassen.

Der Berner Oberländer, der bei einem Sprung zu Fall kam, wurde von Einsatzkräften vor Ort versorgt. «Die Rettungskette hat bestens funktioniert. Fabrice wurde schnell und professionell versorgt. Im Moment steht seine Gesundheit im Vordergrund», sagt der Chef de mission Tom Reulein.

Nach medizinischen Abklärungen im Spital in Cortina, bei denen keine weiteren Verletzungen festgestellt wurden, wurde von Grünigen entlassen und ist nun zurück im paralympischen Dorf. Dort wird er weiter von Teamärztin Marion Grögli betreut. Ob er im Banked Slalom, der zweiten Snowboard-Disziplin, am 14. März starten kann, ist noch offen.

Alle Infos zu den Paralympics finden Sie auf unserer Seite:

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Donnerstag, 5. März 2026

Neun Athleten in Milano Cortina 2026: Ein Team aus Routiniers und Newcomern.
Lesen Sie hier, wer die Schweiz in Italien vertritt.